Glaube Liebe Hoffnung

Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern von Ödön von Horváth


Verfügbar ab: 20.03.2021
Gastspielhonorar: 7.000 Euro (zzgl. Nebenkosten)
Elisabeth ist eine junge Frau, die ein selbstbestimmtes Leben führen will. Aber sie hat Pech. Harmlos beginnt es. Schulden, das kommt vor. Verliert den Job, sowas kann passieren. Doch dann dreht sich die Unglücksspirale auf einmal ganz schnell. Gefängnis. Die Liebesbeziehung zu einem nichtsnutzigen Polizeibeamten, die für einen Moment neue Hoffnung bringt, zerbricht an dessen Feigheit. Jetzt ist Elisabeth noch dazu schwanger. Ihren toten Körper hatte sie verkaufen wollen, doch nicht mal der Tod sorgt ausreichend für die Lebenden. Was lohnen sich die Mühen des Alltags, warum rechtschaffen durchs Leben gehen, wenn am Ende der Preis für den Tod zu hoch ist?

Horváths »Totentanz« handelt von Abstiegsängsten, Egoismus und purer Bosheit. Ein Stück, das zur Zeit seiner Entstehung kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges den Geist einer zunehmend nach rechts rückenden Gesellschaft auffing und gegenwärtig von erschreck ender Aktualität ist.

»Glaube Liebe Hoffnung«; 1936 in Wien uraufgeführt, basiert auf einer wahren Geschichte und entstand in Zusammenarbeit mit dem Gerichtssaalberichterstatter Lukas Kristl, der Horváth von dem »Fall« einer jungen Frau berichtete, die an den Gemeinheiten der Welt zu Grunde gehen musste.

ÖDÖN VON HORVÁTHS Interesse für die Kunst, insbesondere für die schöne Literatur, regte sich relativ spät. Seine präzisen Milieustudien und die Entlarvung des deutschen Kleinbürgertums in ökonomisch prekären Zeiten zeichnen sein literarisches Werk aus. Nachdem er als entschiedener Gegner des Nationalsozialismus 1936 aus Deutschland verwiesen worden war, verließ er das Land und erreichte Ende Mai 1938 Paris. Wenige Tage später, am 1. Juni wurde Horváth während eines Gewitters auf dem Pariser Boulevard Champs-Élysées von einem herabstürzenden Ast erschlagen. Auf ebenso erschreckende wie traurige Art und Weise lesen sich Horváths Romane und Theaterstücke wie ein aktueller Kommentar auf unsere Gegenwart.
Besetzung
  • Autor Ödön von Horváth
Aufführungstermine
  • 20.03.2021 20.00 h  – Rheinisches Landestheater - Schauspielhaus