17. November 2025
"HAPPY BIRTHDAY, LIEBES THEATER!" - 200 Jahre Landestheater Detmold
Im November 2025 blickte das Landestheater Detmold auf eine 200-jährige Geschichte zurück. Das runde Jubiläum wurde im Rahmen einer Festwoche vom 1. bis 8. November 2025 gebührend gefeiert.
Das Landestheater Detmold bot während der Festwoche ein vielfältiges Programm mit verschiedenen Veranstaltungen an – von Operaerobic und einem Jodelworkshop für Anfänger*innen über Theaterführungen und offene Gespräche mit der Theaterleitung bis hin zu musikalischen Aufführungen von Inszenierungen wie Homo Faber nach Max Frisch und La Traviata von Giuseppe Verdi. Hier geht es zum Programm der Festwoche.
Vom Hoftheater zum Vierspartenhaus
1820 wurde das Theater von Fürst Leopold II. mit Unterstützung seiner Mutter, Fürstin Pauline, als Detmolder Hoftheater errichtet. Auf dem Spielplan standen sowohl Musiktheater als auch Schauspiel. Berühmte Künstler wie Christian Dietrich Grabbe wirkten am Landestheater Detmold.
Der Bau aus den 1820er-Jahren brannte jedoch 1912 ab. Er wurde anschließend wieder aufgebaut und 1919 mit der Oper Undine von Albert Lortzing wiedereröffnet. Der historische Zuschauerraum mit seinen 648 Plätzen zählt aufgrund seiner Stuckarbeiten und der kunstvollen Bemalung zu den schönsten Theatersälen Nordrhein-Westfalens.
Nach der Abdankung des Fürsten im Jahr 1918 wurde das Hoftheater in ein Landestheater umgewandelt. Im Zuge des „totalen Kriegseinsatzes“ während des Zweiten Weltkriegs mussten 1944 auch die deutschen Bühnen ihren Spielbetrieb einstellen, so auch das Landestheater Detmold. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Landestheater durch die Alliierten beschlagnahmt und 1952 wieder freigegeben, wodurch der Spielbetrieb sich wieder normalisieren ließ und in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut wurde.1971 gelang es mit der Gründung des neuen Trägervereins des Theaters alle lippischen Städte und Gemeinden durch eine neue Satzung zur finanziellen Absicherung des Landestheaters als bedeutendem Kulturinstitut zu verpflichten. Durch diese neue Trägerstruktur fand sich auch das Land Nordrhein-Westfalen bereit, sich stärker als bisher an den Zuschüssen zu beteiligen.
Zu Anfang der Spielzeit 1994/95 wurde zur besseren Koordination von Verkauf, Werbung und Vertrieb ein gemeinsames Büro der vier Landestheater von Nordrhein-Westfalen eingerichtet. Heute gilt das als größte Reisebühne Europas. Es ist ein Vierspartenhaus mit den Bereichen Ballett, Schauspiel, Kinder- und Jugendtheater sowie Oper.
