Andorra

Schauspiel von Max Frisch


Verfügbar ab 12.05.2019
Gastspielhonorar: 6.000 Euro (zzgl. Nebenkosten)
In Andorra lebte ein junger Mann, den man für einen Juden „hielt“, so beginnt Max Frisch seine berühmte Parabel über Vorurteile, welche die Wirklichkeit erst schaffen, die sie angeblich beschreiben. Ein andorranischer Lehrer gibt seinen unehelichen Sohn, den Tischlerlehrling Andri, als „gerettetes Judenkind“ aus – und eine ganze Stadt erkennt in ihm „Jüdisches“, die „jüdische Intelligenz“, die „Heimatlosigkeit“ – bis auf Barblin, Andris Halbschwester, die ihn liebt. Die Macht der Vorurteile zwingt Andri, die „jüdischen Verhaltensweisen“ anzunehmen. Sein angebliches Jude-Sein sieht er bestätigt, als ihm die Heirat mit Barblin verwehrt wird. Schließlich wird Andri ermordet. Schuld hat – das versteht sich von selbst – niemand. Max Frisch führt den Antisemitismus in einem Stück ohne Juden vor und entwirft mit Andorra eine Parabel über die Mechanismen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Vorurteilen und Meinungsmache gegen das Anderssein. Zum Titel „Andorra“ äußerte sich Max Frisch in den Anmerkungen zum Stück: „Gemeint ist natürlich nicht der wirkliche Kleinstaat dieses Namens, nicht das Völklein in den Pyrenäen, das ich nicht kenne, auch nicht ein anderer wirklicher Kleinstaat, den ich kenne. Andorra ist der Name für ein Modell.“
Aufführungstermine folgen.